FRANZ BAUMGARTNER


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Christa von Hemholt

Silbern schimmernde Landschaften
Franz Baumgartner in der Galerie Hübner

 

Wo noch vor einigen Wochen Geldgeschäfte gemacht wurden, dehnt sich jetzt monotone Stille aus. Fast magisch wird der Blick auch des eiligen Passanten angezogen von der großstadtfremden, menschenleeren Weite hinter den hohen ebenerdigen Fenstern des Eckhauses Grüneburgweg 71. Auf eine solche Fernwirkung sind die acht wandfü llenden Malereien von Franz Baumgartner in der zur Galerie Hübner umfunktionierten einstigen Bankfiliale auch angelegt. Landschaften, flach, ortlos, zeitlos, unter einem blassen hellen Himmel. Wie sie der rasche Autofahrer bewußt kaum bemerkt, verwandeIn den großen Raum in eine zwar sehr charakteristische, doch sonst kaum definierbare Gegend mit Ackerland und Waldrand. Kein ferner Kirchturm in Sicht, kein Hinweis auf eine Siedlung, kein Vieh, kein Leben auf den graugrünen Flächen, kein Kilometerstein - aber eine einsame Tankstelle. Und über allem liegt dieser silberne Schimmer der niederrheinischen Tiefebene. Ob der 1962 in Kleve geborene Baumgartner, der in Düsseldorf Schüler von Dieter Krieg war und auch farbig gearbeitet hat, mit seiner neuesten monumentalen Serie eine Hommage an die unverwechselbare Atmosphäre seiner Heimat malen wollte, ist ungewiß. Und so auch die Deutung eines riesigen, entrindeten Baumstammes auf der sonst leeren Fläche - ein singuläres Motiv zwischen den Bildern von Himmel und Land. Und vielleicht des Künstlers Kritik an einer die Wirklichkelt nicht mehr wahrnehmenden Moderne.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.02.2004